Montaña Alta (Santa María de Guía)
Las Palmas

Gran Canaria
Spanien

Telefon: 646-27.39.38     E-Mail: vasallomorillas@hotmail.com

Willkommen.

Bei der Schlucht von “Pinar de Santa Maria de Guia”.

Wir möchten Sie zu einem endlich in die Tat umgesetzten Projekt wilkommen heissen, welches vor zwei Jahren mit dem Kauf eines mehr als hundert Jahre alten Hauses begann. Dessen trockene Steine, die die Mauern bilden, legten uns, wie ein offenes Buch, eine Lebensweise an den Tag, bei der körpliche Anstrengung, Ausdauer und Anpassung an die natürliche Umweltbeschaffen- heit , notwendige Bedingungen waren, um eine Familie in ländlicher Umgebung zu versorgen.

Als wir das, seit dreissig Jahren verlassene, und, dadurch beschädigte, Haus zum ersten Mal besichtigten, erzählten uns die Leute aus dem Ort von der ursprünglichen Eigentümerin, welche verwitwet war und fünfzehn Kinder zur Welt gebracht hatte.

Vermutlich erwarb jene Frau dieses Haus nach dem Tot ihres Mannes, in der Absicht ihre Familie durchzubringen, und dies mit Hilfe jener MIttel, die der Ort selbst bot: Ackerland, Höhlen und Vordächer zur Tierzucht, zur Käseverarbeitung und zur Getreidetrocknung, Ställe zur Haltung von Schweinen, welche nach der Schlachtung, auf Esel gesattelt, über die schmalen Ortspfade auf die Märkte von “Guia“ gebracht wurden, um das saftige Fleisch zu verkaufen. Mit diesem so notwendigen Geld erwarb man lebenswichtige Hilfsmittel zum Schutz vor den extrem niedrigen winterlichen Temperaturen der hiesigen Region. Ein hartes Leben war dies, eines, in dem schon die Kleinsten zwei Stunden früher aufstanden, um auf steinigen Wegen zur Schule zu gelangen und auf dem Rückweg die grosse Schlucht zu passieren. Die Schularbeiten wurden in dem, das Haus umgebenden, Hof gemacht, die letzten Sonnenstrahlen nutzend, bevor sich das Heim im Kerzenlicht erhellte und die Familie zum Abendessen und der anschliessenden Bettruhe einlud. Die Geschwisterchen schliefen, nebeneinander gereiht, im grossen Zimmer, heute als Wohnzimmer genutzt, und träumten vom Sonnenaufgang, dem Herumtollen und Werfen mit Steinen,und, dem Herumhüpfen von Gebüsch zu Gebüsch. Ein kindliches Vergnügen, das heutzutage, im Zeitalter der Playstation und Computerspiele, recht selten geworden ist.

Es ist ein Haus, das einlädt die nicht allzu entfernte Vergangenheit kennen zu lernen. Denn die Ortschaften Gran Canarias entwickelten sich erst vor ca. fünfzehn Jahren, als die Infrastruktur ausgeweitet und, nur duch Fusswege erreichbare, Teile der Insel erstmals zugänglich gemacht wurden. Man stelle sich vor, dass es in “Montaña Alta” noch keine Elektrizität gab. Allein die sich auf der Hauptstrasse befindende Mühle, eine Stahlmaschinerie und Englisches Relikt, sorgte für die ersehnte Stromversorgung, wenn sie um sieben Uhr abends ihre Motoren startete. Damals läutete der Eigentümer pünktlich zur Stunde, zu der das Dorf das Licht sehr begrüsste. Untereinander kannte man sich so gut, dass die Bewohner in der Lage waren herauszuhören, ob der Eigentümer selbst oder seine Frau die Glocke schlug.

Verständlicherweise erreichte das Telefon “Montaña Alta” erst vor ca. fünfzehn bis zwanzig Jahren. Man liess sich ein Gemeinschaftsschaltbrett für die jeweilige Zone zugute kommen.

Nicht selten mussten die Ärzte ihre Fahrzeuge eine halbe bis eine Stunde entfernt von den Patienten zurück lassen, da deren Häuser nur über Pfade zu erreichen waren. Oftmals nahmen die Retter Fusswege zu früher Morgenstunde, durch dunklen Nebel oder bei Mondschein in Kauf. Liebespaare brachten häufig stundenlange Fussmärsche hinter sich, um sich heimlich und im Stillen anzusehen und gegenseitig Liebesschwüre auszutauschen, die man sich auf dem Wege erdachte.

Ein völlig anderes Leben war dies, andere Geschichten, die wir, Dank dieses Sanierten Hauses und dessen unter Naturschutz stehenden Umgebung, im Gedächtnis behalten werden. Nicht zuletzt wegen seines natürlichen Wertes, umsäumt vom Besenginster, der heimischen Baumart, die jenem Ort, an dem sich Grenadill, Farn und Riesenhauswurz “Gute Nacht” sagen, ihren Namen verdankt.

Willkommen, zu diesem Ihr landwirtschaftliches Haus.

Cristina Vasallo Morillas y Rafael Trujillo Calvo